Vom Zertifikat für ISO 9001 zu Cash und Nachfolge

Die Qualität ist eine wichtige Eigenschaft für Dienstleistungen und Produkte. Die Firma Surtec Suisse GmbH ist ein kleines KMU, welches seit 2000 ISO 9001 zertifiziert ist. Das Unternehmen wurde 1994 in der Schweiz gegründet. Das Mutterhaus befindet sich in Deutschland. Für die ISO-Zertifizierung des Unternehmens wurde nach einem Schweizer Anbieter gesucht.



Lesen Sie das Interview mit Torsten Kaschik, Geschäftsführer der Surtec Suisse GmbH.


Martina: Was ist das Kerngeschäft der Surtec Suisse GmbH?


Torsten: Wir sind Anbieter von Produkten sowohl für Reinigung und Vorbehandlung als auch für nachhaltige Beschichtungen von Oberflächen. Die Surtec betreibt Handel und technische Beratung für chemische Erzeugnisse der Metallveredelung und Galvanotechnik. Und wir beliefern so ziemlich jede Sparte. Darunter befinden sich namhafte Schweizer Industriebetriebe in der Flugzeug-, Uhren- oder Medizinal-Industrie.


Martina: Somit brauche ich nicht zu fragen, wie ihr euch am Markt differenziert?


Torsten: Mittlerweile ist noch dazugekommen, dass wir über ein grosses Lager verfügen, sodass wir Kundenwünsche innerhalb von 24 bis 48 Stunden bedienen können. Diesen Vorteil haben andere Lieferanten nicht.


Martina: Mit welchen Herausforderungen sahst du dich als Geschäftsführer bisher konfrontiert?

Torsten: Vor ein paar Jahren war es die Finanzierung im Rahmen einer Nachfolgeplanung. Aktuell ist es sicherlich die Pandemie und der Rohstoffmangel. Wobei wir da bis jetzt recht gut durchgekommen sind. Jetzt fängt es allerdings an, dass wir die eine oder andere Lieferschwierigkeit bei unseren Lieferanten antreffen.


Martina: Gibt es alternative Beschaffungsmöglichkeiten?

Torsten: Es gibt für verschiedene Produkte Alternativen, die wir anbieten können. Aber wir sind auch darauf angewiesen, unser Lager dementsprechend anzupassen.


Martina: Du hast das Thema Finanzierung angesprochen. Was war da die grosse Herausforderung?

Torsten: Das Geld zu bekommen (lacht). Wir haben verschiedene Finanzierungsmodelle geprüft. Einige sind nicht zustande gekommen. Also lag der Weg zur Bank nahe. Vor- und Nachteile wurden abgewogen. Zum Schluss kam die Idee der damals recht neuen Finanzierungsform über Crowdfunding über die Plattform von swisspeers. Das hat super funktioniert. Zum Schluss war der Bieterprozess sehr spannend, da die Investoren innerhalb einer bestimmten Zeit ihr Gebot abgeben müssen. Es ging am Ende alles sehr schnell. Alles hat sehr gut funktioniert.

Jetzt in der Corona-Pandemie, in der viele Firmen Probleme mit Zahlungen hatten, hat es mich beeindruckt, wie schnell swisspeers reagiert und von sich aus, den Kontakt gesucht hat.


Martina: Surtec war schon früher ISO zertifiziert, darf ich fragen, bei wem? Torsten: Das war eine deutsche Firma, welche bereits das Mutterhaus zertifiziert hat. Der Auditor hat sich zur Ruhe gesetzt und somit ging es um eine Nachfolge.


Martina: Was waren die Kriterien bei der Suche nach einem neuen Zertifizierer?


Torsten: Ich habe verschiedene Offerten angefragt und dabei Schweizer Anbieter vorgezogen. Unsere Produkte unterliegen vom Rohstoff bis zum Endprodukt strengen Qualitätskontrollen, so dass jederzeit und an jedem Ort gleichbleibend hohe Produkt- und Anwendungsqualität gewährleistet werden muss. Der persönliche Kontakt mit Attesta hat uns von Anfang an überzeugt.


Martina: Was hat sich in Bezug auf die Zusammenarbeit mit Attesta gegenüber dem vorhergehenden Zertifizierer verändert?


Fabian (QMV): Der Kontakt ist besser und persönlicher und einiges informativer als zuvor. Attesta hat von Anfang an Verständnis dafür gezeigt, dass wir ein kleines Unternehmen sind. Alles ging einfacher und praxisnaher. Die Berücksichtigung unserer Bedürfnisse ist dabei sehr wertvoll.


Torsten: Deutsche Zertifizierer behandeln alle Firmen gleich – unabhängig ihrer Betriebsgrösse. In der Schweiz ist man es eher gewohnt mit KMU’s umzugehen.


Martina: Welches war die beste Entscheidung Deiner beruflichen Laufbahn?


Torsten: Mehrere Dinge. Aber sicher die Weiterbildung zum Techniker, sodass ich die Grundlagen habe, eine solche Firma zu leiten, inkl. der Übernahme der Firma vor ein paar Jahren. Nach Abwägen aller Vor- und Nachteile bin ich froh, es durchgezogen zu habe. Und dann das Team hier. Fabian und Paula sind Gold wert.


Martina: Worauf bist du besonders stolz?


Torsten: Dass es der Firma gut geht. Dass es läuft. Dass wir keine Sorgen haben müssen.


Martina: Was würdest Du einem jungen Unternehmer empfehlen?

Torsten: Dran bleiben … es kann grad am Anfang Komplikationen (Gründung, Finanzierung) geben. Und dann würde ich empfehlen, eine Organisationsform zu wählen in der man einigermassen abgesichert ist und nicht grad mit dem Privatvermögen einstehen muss. Den Mut zu haben, etwas zu versuchen und nicht zu lange damit zu warten. Es bringt nichts, wenn man erst Erfolg hat, kurz bevor man in Pension geht (lacht).


Martina: Hast du noch abschliessende Worte?

Torsten: Weltfrieden (alle lachen) … ich meine, es ist ja etwas schwierig grad. Nicht nur die Pandemie, drohende Kriegsgefahr oder Rohstoffknappheit … manchmal habe ich das Gefühl, dass die Menschheit nicht sehr viel dazugelernt hat. Und ich bin sehr froh, dass ich ein Team habe, das so gut zusammenarbeitet.


Martina: Ich bedanke mich für das Interview Torsten, Fabian und Paula. Herzlichen Dank euch und weiterhin alles Gute.


Interesse an einer ISO Zertifizierung? Kontaktieren Sie mich für ein unverbindliches Gespräch. Martina Dudle Snydr, md@attesta.ch




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